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von Felix Wieduwilt erstellt am 17.10.2012  

Vor drei Jahren stellte Apple das iPad der ersten Generation vor und dominiert seitdem den Tablet-Markt fast nach Belieben. Im August diesen Jahres lag der Marktanteil bei rund 70%. Die Konkurrenten Samsung und Amazon kommen zusammen gerade mal auf 13,4%. Keine Grund zur Sorge möge man denken, so haben die Amerikaner aus Cupertino im zweiten Quartal 2012 doch immerhin 17,04 Millionen iPads der zweiten und dritten Generation verkauft. Doch wo liegt die Notwendigkeit ein kleineres iPad zu bauen? Ein Grund wird sicherlich die wachsende Konkurrenz von Google und seinen Android-Geräten sein, die heute schon einen Marktanteil von knapp 30% aufweisen können und nach Aussagen der Marktforscher von IDC im Jahr 2015 den Tablet-Markt mit Ihren Betriebssystem dominieren werden.

Der zweite Grund und auch meine persönliche Meinung ist, dass Apple mit dem iPad mini ein Tablet auf den Markt bringt, welches nur zum Konsumieren von Inhalten wie Bücher, Filme und Musik bestimmt ist. Dieser Schritt wäre auch als Angriff auf Amazons subventionierte Tablet-Geräte Kindle

Fire HD oder Paperwhite zu sehen, die schon bei 129€ anfangen. So soll das iPad mini den Kunden noch stärker an das Apple-Ökosystem binden, wie es bereits mit iTunes und den iPods getan wurde. Das aktuelle iPad ist für die reine Konsumanwendung (lesen, Film unterwegs gucken oder Musik hören) einfach für viele zu teuer oder zu groß bzw. zu unhandlich. Apple hat zwar vor drei Jahren einen fulminanten Start hingelegt, doch wie bei jedem neuen Produkt, kommt irgendwann die Konkurrenz daher und will auch etwas vom Kuchen.

iPad mini - Erscheinungsdatum, technische Daten und Preise

Offiziell bestätigt hat Apple die Gerüchte um das iPad mini natürlich nicht und damit auch nicht das Vorstellungsdatum am 23. Oktober 2012, was das Wall Street Journal erfahren haben will. Jedoch kam gestern eine offizielle Einladung für die Presse zum Apple-Event in San Jose am 23. Oktober mit dem Hinweis "We’ve got a little more to show you.” Das "litte" könnte ein Hinweis auf das iPad mini sein.

Wird so das iPad mini aussehen? (Quelle: Gizmodo)

Das iPad mini wird technisch keine Revolution sein, soviel ist schon gesagt. Das muss es aber auch nicht. Gerüchten zu Folge hat das iPad mini eine Bildschirm-Diagonale von 7,85 Zoll (19,34 cm) und ein Display mit einer Auflösung von 1024 x 788 Pixel. Was wir außerdem erwarten können, sind verschiedene Konfigurationen mit 8GB, 16GB, 32GB oder 64GB und einer Wifi-Verbindung oder wahlweise ein 3G- bzw. LTE-Chip, wie auch beim iPad 3. Die Preise sollen laut einer versehentlichen Veröffentlichung vom Warensystem eines Media Marktes bei 249€ beginnen. Das wären dann 230€ weniger als die günstigste Variante des iPad 3 und immer noch 150€ weniger als das iPad 2. Die teuerste Variante des iPad mini mit 64GB, Wifi und 3G/LTE soll demnach 649€ kosten.

iPad mini - was spricht dafür?

Die Konkurrenten haben gelernt und haben den Kampf der Ökosystem ausgerufen. Google, Amazon und Apple verdienen mit eBooks, Filmen und Musik sehr viel Geld, da will man das Geschäft nicht einem Anderen überlassen. Amazon bietet mit seiner Kindle-Familie ein Tablet an, um bequem Filme, Bücher und Zeitungen digital zu konsumieren. Das Kindle fire HD und Paperwhite starten bei 199€ bzw. 129€ und werden für den reinen Konsum von Inhalten verkauft. Gewinn macht Amazon erst mit den Inhalten, die die Nutzer danach erwerben. Google bietet mit dem Google Nexus 7 ein Android-Tablet zum Kampfpreis von 199€ an, was den Kunden langfristig an Googles Play-Store binden soll und ebenfalls nur für den Konsum bestimmt ist. Auch Samsung bietet mit dem Samsung Galaxy Tab 7  ein ähnliches Modell für 299€ an. Geht Apple den Schritt eines iPad mini so konsequent wie die Konkurrenz, dann könnte auch das iPad mini eine reduzierte Variante des iOS Betriebssystem bekommen, wo dann nur eigene Apps wie iBooks darauf laufen. Das ist aber eher unwahrscheinlich, denn will doch Apple stets die besten Produkte an die Kunden liefern. Mit einem reduzierten Betriebssystem ist das kaum vorstellbar.

iPad mini - was spricht dagegen?

Sollte Apple wirklich den Schritt wagen ein kleineres iPad auf den Markt zu bringen, dann ist das eher gegen die Aussage vom einstigen Firmengründer und zeigt auch sicherlich eine Änderung der Unternehmensstrategie unter der Führung von Tim Cook. So gab Steve Jobs im Jahr 2010 7 Zoll Tablets keine Zukunft und sagte dazu: „7-inch tablets are tweeners: too big to compete with a smartphone and too small to compete with the iPad. [...] These are among the reasons that the current crop of 7-inch tablets are going to be DOA — dead on arrival.“, ...Kurz: Totgeburt. Keine Chance für ein 7 Zoll Tablet.

Quelle: wired.com

Eine Entscheidung gegen diesen Ausspruch bestätigt Tim Cooks zahlenorientiertes handeln als Firmenchef. Mit Überzeugung von visionären Produkte hätte das nichts zu tun.

Auch gegen das iPad mini spricht die Auflösung von 1024 x 788 Pixel, die im Vergleich zum neuen iPad vom 4:3 Seitenverhältnis abweicht, was zur Folge hätte, dass die Apps nicht mehr richtig aufgelöst dargestellt werden können. Beim iPhone 5 hat Apple eine Lösung gefunden, doch die Größe von 7,85 Zoll beim iPad mini erscheint sonderbar und ist im Vergleich zur Konkurrenz um Google und Amazon immer noch sehr groß.

Für wen eignet sich das iPad mini?

Wer viel unterwegs ist, Bücher lesen oder Filme schauen möchte, für den wird das iPad mini wohl eine echt Alternative zum iPad 2 oder 3 sein, die immer hin eine große Bildschirmdiagonale von 9,7 Zoll haben. Der ausschlaggebende Punkt wird bei vielen Verbrauchen auch der Preis sein, sollte das iPad mini wirklich bei 249€ starten, dürfte es sicherlich bei vielen Familien unter dem Weihnachtsbaum liegen. Nur über den Namen sollten wir uns dann noch unterhalten. iPod mini, Mac mini und jetzt iPad mini? Na warum nicht.

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